Gebrauchtwagen liegen im Trend – Was müssen Käufer dabei beachten?

Der Trend beim Autokauf geht in diesem Jahr eindeutig zum Gebrauchtwagen. Derzeit entscheiden sich viele Autokäufer für ein gebrauchtes Modell anstelle eines Neuwagen. Was müssen Käufer beachten und wie lassen sich eventuelle Fahrzeugmängel erkennen?

Fahrzeuge auf Sicherheitsmängel überprüfen

 Wer seinen Wagen bereits nach fünf Jahren verkauft, macht nach Berechnungen des ADAC meist ein schlechtes Geschäft: 65 Prozent Wertverlust sind dann die Regel. Foto: ADAC / Automarkt Muenchen Aschheim 03/2010

Wer seinen Wagen bereits nach fünf Jahren verkauft, macht nach Berechnungen des ADAC meist ein schlechtes Geschäft: 65 Prozent Wertverlust sind dann die Regel. Foto: ADAC / Automarkt Muenchen Aschheim 03/2010

Vor dem Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs müssen Autokäufer einige Dinge beachten, wenn sie später keine Nachteile in Kauf nehmen wollen. Von Fachleuten wird empfohlen, das Fahrzeug zunächst auf Lackschäden und eventuelle Sicherheitsmängel zu untersuchen. Die Fahrsicherheit wird durch die Fahrdynamikregelung(ESP) erhöht. Dieses Assistenzsystem ist aber in vielen Fahrzeugen der unteren Fahrzeugklassen, die vor dem Jahr 2014 zugelassen wurden noch nicht serienmäßig vorhanden. Beim Erwerb eines älteren PKW sollten Interessenten deshalb darauf achten, dass das ESP-System vorhanden und funktionsfähig ist. In der Vergangenheit wurde zahlreiche Sicherheitsmängel bei Gebrauchtwagen erst bei einer Kontrolle in der Werkstatt entdeckt. Demnach funktionierten bei jedem zehnten Auto die Airbags, das Antiblockiersystem(ABS)oder die ESP-Fahrdynamikregelung nur unzureichend oder gar nicht. Verbraucher-Organisationen fordern deshalb eine Mängel-Überprüfung durch eine zugelassene Werkstatt für alle Gebrauchtwagen ein. Viele Unzulänglichkeiten würden von den Kunden übersehen, klagen die Verbände. Durch eine Routine-Untersuchung ließen sich in vielen Fällen hohe Reparaturkosten einsparen. Die Beachtung der Folgekosten für Autohalter je Modell ist zurecht in den vergangenen Jahren immer mehr ins Bewusstsein der Konsumenten geraten. Außerdem können Sicherheitseinrichtungen wie der Notbrems-Assistent, das ESP-System und Airbags auch Leben retten und stellen deshalb eine wichtige Voraussetzung für den sicheren Betrieb eines Fahrzeugs dar.

Moderne Sicherheitssysteme reduzieren das Unfall- und Verletzungsrisiko

Eine „frische“ Hauptuntersuchung (HU) dagegen ist enorm wichtig. Sie ist einerseits für die Sicherheit des Autos unverzichtbar, andererseits bedeutet sie beim Verkauf bares Geld. ADAC-Fachleute schätzen, dass ein neuer HU-Stempel zwischen 1.000 und 2.000 Euro bringen kann – selbst wenn das Auto nicht mehr viel wert ist. Foto: ADAC

Eine „frische“ Hauptuntersuchung (HU) ist enorm wichtig. Sie ist einerseits für die Sicherheit des Autos unverzichtbar, andererseits bedeutet sie beim Verkauf bares Geld. ADAC-Fachleute schätzen, dass ein neuer HU-Stempel zwischen 1.000 und 2.000 Euro bringen kann – selbst wenn das Auto nicht mehr viel wert ist. Foto: ADAC

Das Unfall- und Verletzungsrisiko lässt sich nur dann reduzieren, wenn ein Gebrauchtfahrzeug über moderne Sicherheitssysteme verfügt. Von Experten wird Autokäufern deshalb geraten, bei der Auswahl des geeigneten Autos mehr auf die Sicherheit als auf die Lackierung und das sportliche Design zu achten. Zur Finanzierung ihres Autos nehmen viele Käufer einen Autokredit auf. Durch einen Kreditvergleich, wie hier zu lesen, lässt sich der passende Kredit leicht finden. Bei allen Autotypen ist eine Ausstattung mit dem Antiblockiersystem ABS inzwischen selbstverständlich und das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP/ESC zählt auch bei Kleinwagen zur serienmäßigen Ausrüstung. Durch das ESP-Sicherheitssystem wird das Ausbrechen und Schleudern eines Autos verhindert. Bei manchen älteren Wagentypen war das ESP bei Fertigungstermin jedoch nur auf Anfrage als zusätzliches Extra erhältlich. Erst im Jahr 2014 wurden elektronische Fahrdynamik-Regelsysteme für alle Autos verpflichtend eingeführt. Auch bei reimportierten Wagen muss das Sicherheitssystem nicht vorhanden sein. Trotz günstiger Gebrauchtwagenpreise wird den Käufern empfohlen, nicht auf die notwendigen Sicherheitsstandards zu verzichten. Auch in einem gebrauchten Auto muss eine gute Airbag-Ausstattung vorhanden sein, damit neben dem Fahrer auch die weiteren Fahrzeug-Insassen bei einem Aufprall geschützt sind. Zusätzliche Seiten- und Kopf-Airbags sowie Knie-Airbags stellen einen Pluspunkt bei der Auswahl eines Gebrauchtfahrzeugs dar. Das Aufleuchten der Airbag-Kontrollleuchte während der Probefahrt ist allerdings ein sicheres Indiz, dass der Airbag nicht funktioniert.

System-Check in der Werkstatt deckt Mängel auf

Zu den neueren Sicherheitseinrichtungen zählen Notbrems-Systeme und Kollisionswarner, die mit Hilfe optischer und akustischer Signale vor einem Unfall warnen und häufig ein Fahrzeug sogar selbstständig abbremsen können. Mit einem derartigen Sicherheitssystem lassen sich Unfälle verhindern oder Fahrzeugschäden zumindest reduzieren. Die Qualität und Leistungsfähigkeit der Systeme sind auch von der jeweiligen Modellgeneration eines Gebrauchtwagens sowie vom Hersteller abhängig. Während in den neueren Modellreihen bereits umfangreiche Assistenzsysteme verbaut sind, kommen ältere Fahrzeuge häufig ohne Sicherheitsunterstützung aus. Zu den verfügbaren modernen Systemen zählen Tempolimit-Anzeige, Spurhaltesysteme, Spurwechsel-Assistent, Müdigkeitswarner und Fernlicht-Assistent. Mit dem Vorhandensein aller Systeme ist jedoch nur bei Neufahrzeugen zu rechnen, während Gebrauchtwagen abhängig von Modellreihe und Baujahr oft nur mit einem dieser Systeme ausgerüstet sind. Die Funktionsfähigkeit der Sicherheitssysteme kann von Sachverständigen und Werkstätten anhand eines System-Checks festgestellt werden. Fachleute können dabei auch versteckte Mängel an der Fahrzeug-Elektronik aufspüren. Durch einen professionellen Test lassen sich im Nachhinein hohe Folgekosten durch Unfälle und Reparaturen vermeiden.

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